Heinz Richter, Griechenland 1940-1950. Die Zeit der Bürgerkriege, Verlag Franz Philipp Rutzen,
Wiesbaden Germany 2012
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Description
Im
Gegensatz zum Spanischen Bürgerkrieg von 1936 bis 1939 ist der griechische
Bürgerkrieg, der genau zehn Jahre später stattfand, im historischen Bewusstsein
Deutschlands, ja Europas nicht vorhanden. Als er tobte, war man in Deutschland
mit dem Überleben und in Europa mit dem Wiederaufbau beschäftigt. Der
griechische Bürgerkrieg war der erste heiße Krieg im Kalten Krieg.
Seine
Ursachen reichen bis ins Jahr 1936 zurück, als König Georg II. seinen auf die
Verfassung geleisteten Eid brach und zusammen mit General Metaxas das
faschistische System vom 4.
August
errichtete. Die Griechen, für die nun eine vierjährige Diktatur begann,
verziehen ihm diesen Eidbruch nie. Als mit dem deutschen Einmarsch 1941 das
Regime zusammenbrach, floh der König und seine Regierung nach Nahost.
Für
die überwältigende Mehrheit der Griechen und vor allem für die breite
Widerstandsbewegung war klar, dass nach dem Ende des Krieges Griechenland eine
Republik sein würde. Diese Widerstandsbewegung umfasste alle progressiven
Kräfte von den Liberalen bis zu den Kommunisten. Doch Churchill befürchtete,
dass sich eine griechische Republik aus dem traditionellen außenpolitischen
Klientelverhältnis zu Großbritannien lösen könnte. Er betrachtete den
griechischen Monarchen als den einzigen Garanten einer probritischen Politik
Athens. Daher beschloss er, die Monarchie mit Gewalt zu restaurieren.
Churchills Politik führte zur Spaltung der griechischen Résistance und zur "ersten Runde" im griechischen Bürgerkieg, zu dem bewaffneten Konflikt zwischen der ELAS und der EDES in Epirus im Winter 1943/44. Die "zweite Runde" war die britische Intervention im Dezember 1944, bei der britische Soldaten in Athen gegen die linke Résistance kämpften, um dem König den Weg zurück zu öffnen. Der am Ende der Kämpfe im Februar 1945 geschlossene Friedensvertrag von Varkiza wurde von der siegreichen griechischen Rechten so massiv verletzt, dass von einer rechten Terrorherrschaft gesprochen werden darf. Da die Briten gegen die Unterdrückung der Linken nichts unternahmen, begann diese sich zu wehren. Es kam zu einem Eskalationsprozess von Gewalt und Gegengewalt, der im Herbst 1946 zum Bürgerkrieg führte.
Churchills Politik führte zur Spaltung der griechischen Résistance und zur "ersten Runde" im griechischen Bürgerkieg, zu dem bewaffneten Konflikt zwischen der ELAS und der EDES in Epirus im Winter 1943/44. Die "zweite Runde" war die britische Intervention im Dezember 1944, bei der britische Soldaten in Athen gegen die linke Résistance kämpften, um dem König den Weg zurück zu öffnen. Der am Ende der Kämpfe im Februar 1945 geschlossene Friedensvertrag von Varkiza wurde von der siegreichen griechischen Rechten so massiv verletzt, dass von einer rechten Terrorherrschaft gesprochen werden darf. Da die Briten gegen die Unterdrückung der Linken nichts unternahmen, begann diese sich zu wehren. Es kam zu einem Eskalationsprozess von Gewalt und Gegengewalt, der im Herbst 1946 zum Bürgerkrieg führte.
Diese
Studie ist die erste wissenschaftlich fundierte umfassende Darstellung des
Bürgerkrieges überhaupt. In Griechenland ist das Thema nach wie vor Tabu. Eine
griechische Übersetzung wird bei Govostis in Athen erscheinen.
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